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    Künstler der Galerie

 

Am Sonntag, dem 14. November von 11 bis 13 Uhr eröffnen wir unsere Ausstellung mit Photographie von vier Künstlern aus Buenos Aires, die sich auf sehr unterschiedliche Weise über urbane Themen mit der Situation ihres Landes befassen.

14.11. - 23.12.2004
Karina el Azem / Virginia del Giudice
Esteban Pastorino
Facundo de Zuviria

Fotografie

 



Facundo de Zuviria

 



Karina el Azem/Viginia del Giudice

Die Zeit des Populisten Perón ab 1947 ermöglichte der Arbeiterklasse die Erfüllung ihres größten Traums: den Besitz eines eigenen, ordentlichen Häuschens. Italienische Immigranten und Landflüchtige konnten sich dank nicht existierender urbaner Bau-vorschriften spontan und einfach Häuser bauen. In den 70er Jahren, geprägt durch die Militärdiktatur, entstand dann ein Verkleidungs- und Verzierungsboom, in dem die Häuser "veredelt" wurden durch falschen Luxus, einer Liebe zu Glänzendem und dem Einsatz verschiedenster jeweils modischer Materialien. War dies der Wunsch, die eigene peronistische Vergangenheit zur verbergen? Der Versuch materiellen Erfolg zu bekunden, gepaart mit der Angst anders zu sein, hat den ursprünglichen Erfindungsreichtum einiger in den Allerweltsstil aller verwandelt. Für ihr Projekt "La Casita Argentina" baut KARINA EL AZEM (Jahrgang 1970) diese Häuser originalgetreu als kleine Modelle nach, VIRGINIA DEL GIUDICE (1960) photographiert sie als wären es die Vorbilder. Die in warmen Farben glänzenden Photos haben eine besondere Ausstrahlung, liebevoll und distanziert zugleich.

In seiner Serie "Cruces" befasst sich ESTEBAN PASTORINO (1972) mit der Mobilität in den Städten. In seinem Register der Fußgängerbewegungen konzentriert er sich auf die kritischen Punkte von Buenos Aires, die großen Straßenkreuzungen, in denen die Unfallhäufigkeit ihren Höhepunkt hat. Er fixiert sich auf einen festen Punkt, unter Implikation der individuellen Bewegungsmöglichkeiten der Personen (Richtung, Geschwindigkeit, Entfernung). In ungewöhnlichen Formaten (30 x 160 cm) und einer raffinierten Technik schafft er rätselhafte Situationen mit viel Raum für Deutungen.

FACUNDO DE ZUVIRÍA (1954) zeigt unter dem Titel "Siesta Porteña" für Buenos Aires typische symmetrische Ladenfronten, mit einer Tür in der Mitte und einem Fenster auf jeder Seite. Die meist geschlossenen Geschäfte reflektieren die Krise im Land. Mit beliebigen politischen Parolen beschmiert, sind sie Zeugen der urbanen Geschichte, dem Kommen und Gehen. Die Läden sehen aus als stünde die Zeit still und können als Intervall des sozialen und wirtschaftlichen Lebens des Landes gesehen werden. Daher der Titel "Siesta", nicht ohne Optimismus und Hoffen auf ein Wiedererwachen.


Ruta Correa
Freiburg, 2. November 2004

 

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19 Uhr, sowie jederzeit nach Vereinbarung.

 

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