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Luis Caballero ist einer der bedeutendsten Künstler
seiner Generation in Kolumbien, der auch in vielen
anderen Ländern des amerikanischen Kontinents und Europas Anerkennung
gefunden hat. Das
Thema seiner Arbeiten sind männliche Körper, jedoch nicht als „schönes
Sujet” nach klassischer
Vorstellung. Die Körper sind meist von den Rändern des Bildes angeschnitten
und selten in einem
Ruhezustand dargestellt. Höchste Anstrengung oder äußerste Erschöpfung der
Männerkörper, häufig
auch mit Gewalt, Erotik und Schmerz verbunden, vermitteln ein menschliches
Drama das verhindert,
dass der Betrachter bei der bloßen Bewunderung verharrt. Die schwere
Erkrankung des Künstlers
und sein früher Tod waren für alle ein bewegender Verlust. Seine Bilder, aus
Menschlichkeit,
Passion und einem großen Talent entstanden, berühren nach wie vor und werden
jenseits aller
Trends Bestand haben.
Wir haben seine Arbeiten erstmals 1985 ausgestellt,
damals noch in unserer Galerie in Schallstadt-
Wolfenweiler. Heute danken wir dem herzlichen und freundschaftlichen
Vertrauen seiner Schwester
Beatriz, die diese Ausstellung ermöglicht hat.
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LUIS CABALLERO wurde 1943 in Bogotá/Kolumbien
geboren, lebte und arbeitete von 1968 bis
1992 in Paris. 1995 in Bogotá gestorben.
Einzelausstellungen seit 1966 in Kolumbien, Frankreich,
Niederlande, Spanien, USA, Belgien,
Luxemburg, Deutschland, Kanada, Venezuela, Schweiz und Mexiko, zuletzt 1994
Galerie
Joachim Becker, Cannes; Casa de las Américas, Madrid; Galerie Nohra Haime,
New York;
Galerie Garcés Velásquez, Bogotá; Galerie El Museo, Cali/Kolumbien; Galerie
Hartmann & Noé,
Berlin. 1995 Biblioteca Luis Angel Arango, Bogotá. 1996 Galerie Albert Loeb,
Paris; Galerie
El Museo, Bogotá. 1997 Wanderausstellung durch Kolumbien: Medellin,
Barranquilla, Cali,
Bucaramanga und Pereira. 1998 Internationale Wanderausstellung: Buenos
Aires, Montevideo,
Asunción, Berlin und Hannover. 2003 Galerie Alonso Garcés, Bogotá. 1985,
1992 und 2004
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„Aus einem prominenten Elternhaus stammend, wurde Luis Caballero
in einem tief religiösen, gewalttätigen und fanatischen Land geboren. Sein Vater war Schriftsteller und
Diplomat in Madridund
Paris. Der junge Luis kam daher sehr früh mit der spanischen und
französischen Kultur in
Berührung. Schon als Kind fühlte er sich zu den Gemälden in den
Kirchen hingezogen, und als
er 10 Jahre alt war, nahm ihn sein Vater in das Prado mit, um dort
Velásquez nachzumalen.
Als er sich 1968 entschloss, sich in Paris niederzulassen, war
seine Malerei — nach den Kriterien
der damaligen Zeit — absolut modern. Mit 25 Jahren stand er stark
unter dem Einfluss von
Bacon, Matta, de Kooning und auch von Vertretern der Pop Art, wie
David Hockney und Allan
Jones.
Unbefriedigt, wird ihm angesichts der Arbeiten der Künstler, die
er verehrt — Miquelangelo,
Rubens, Rembrandt, die Venezianer, Velásquez, Géricauld — klar,
dass nur das Menschliche wesentlich
ist und eine Bedeutung hat. Dies sichtbar zu machen gibt der Kunst
ihre Daseinsberechtigung.
Von da an hat ihm die reine Formensprache nicht genügt, um seine
Vision auszudrücken.
Dementsprechend begann er seine Malerei radikal in Frage zu
stellen und zu überdenken.
Er nahm wieder seine Studien der Anatomie und der Perspektive
auf und zeichnete nach der Natur. Der männliche Körper wird, bis
zur Obsession, sein einziges Sujet. Körper die Sehnsucht erwecken,
ohne dass man sich ihrer ermächtigen kann, es sei denn durch die
Zeichnung, die Malerei.
Diese Arbeit, verbunden mit einem großen Talent, erlaubte ihm
mehrere Jahre lang mit Kraft und Harmonie seine Faszination für
die umschlungenen, gemarterten, zärtlichen, aggressiven,
angegriffenen Köper auszudrücken. Je mehr er sich auf diesen Weg
einlässt, umso mehr befreit er sich von einer zeitgenössischen
Kunst, einer "art pour l'art", die zum Selbstzweck wird.
1977 anlässlich seiner ersten Ausstellung in der Galerie Jade,
haben wir zusammen mit seiner
Frau Terry das Museum Unterlinden in Colmar besucht, um dort das
Hauptwerk von Matthias
Grünewald wieder zu sehen: den berühmten Issenheimer Altar. Wir
haben uns lange vor der Tafel aufgehalten, die die Kreuzigung
darstellt. Der Realismus des Körpers Christi am Kreuz, verletzt
und kadaverartig, die Jungfrau von einer extremen Bleichheit, mit
bläulichen Lippen, in Tränen, gestützt von Johannes dem Täufer,
und näher am Kreuz Maria Magdalena kniend, verzweifelt vor
Schmerz. Diese aus dem menschlichen Leiden hervorgehobene Vision
hat ihn tief erschüttert. Grünewald hat ihm den ungeheuerlichen
Beweis gebracht, das extreme Beispiel, dass der Künstler dem
Betrachter die Gewalt seiner Emotion zu vermitteln vermag.”
„Sensibel gegenüber dem Leid, ist Luis stark inspiriert und
beunruhigt durch die Gewalt, die er erotisiert. Gewalt und
Sinneslust verbinden sich: Gewalt amouröser Ausgelassenheit,
Gewalt einer Tötung, fließenden Blutes, Gewalt in jedem von uns.
Für ihn ist, in jeder seiner Verkörperungen, der Mann ein
Ausdruck von Schönheit. Spät in der Nacht zeichnet er seine
Modelle. Es ist das Gefühl gegenüber diesen Körpern, manchmal ein
einfacher Fuß, eine Hand, eine Schulter, die seine Aufmerksamkeit
wecken und zu so vielen Zeichnungen, so vielen Bildern führen,
alle über das gleiche Thema und alle unterschiedlich. Sicher über
den Weg, den er gewählt hat, ist er nicht darum besorgt, in die
Geschichte einzugehen. Seine Ambition ist, sein Werk zu vertiefen
und zu perfektionieren.”
Albert Loeb Paris, im September 1996 |