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    Künstler der Galerie

 

Vom 14. März 2004 bis  zum 30. April 2004 zeigen wir Arbeiten auf Papier von

LUIS CABALLERO

 

Luis Caballero,  ohne Titel, 1988
Öl und Pastell auf Papier
146 x 114 cm

Luis Caballero ist einer der bedeutendsten Künstler seiner Generation in Kolumbien, der auch in vielen anderen Ländern des amerikanischen Kontinents und Europas Anerkennung gefunden hat. Das Thema seiner Arbeiten sind männliche Körper, jedoch nicht als „schönes Sujet” nach klassischer Vorstellung. Die Körper sind meist von den Rändern des Bildes angeschnitten und selten in einem Ruhezustand dargestellt. Höchste Anstrengung oder äußerste Erschöpfung der Männerkörper, häufig auch mit Gewalt, Erotik und Schmerz verbunden, vermitteln ein menschliches Drama das verhindert, dass der Betrachter bei der bloßen Bewunderung verharrt. Die schwere Erkrankung des Künstlers und sein früher Tod waren für alle ein bewegender Verlust. Seine Bilder, aus Menschlichkeit, Passion und einem großen Talent entstanden, berühren nach wie vor und werden jenseits aller Trends Bestand haben.

Wir haben seine Arbeiten erstmals 1985 ausgestellt, damals noch in unserer Galerie in Schallstadt- Wolfenweiler. Heute danken wir dem herzlichen und freundschaftlichen Vertrauen seiner Schwester Beatriz, die diese Ausstellung ermöglicht hat.

   

LUIS CABALLERO wurde 1943 in Bogotá/Kolumbien geboren, lebte und arbeitete von 1968 bis 1992 in Paris. 1995 in Bogotá gestorben.

Einzelausstellungen seit 1966 in Kolumbien, Frankreich, Niederlande, Spanien, USA, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Kanada, Venezuela, Schweiz und Mexiko, zuletzt 1994 Galerie Joachim Becker, Cannes; Casa de las Américas, Madrid; Galerie Nohra Haime, New York; Galerie Garcés Velásquez, Bogotá; Galerie El Museo, Cali/Kolumbien; Galerie Hartmann & Noé, Berlin. 1995 Biblioteca Luis Angel Arango, Bogotá. 1996 Galerie Albert Loeb, Paris; Galerie El Museo, Bogotá. 1997 Wanderausstellung durch Kolumbien: Medellin, Barranquilla, Cali, Bucaramanga und Pereira. 1998 Internationale Wanderausstellung: Buenos Aires, Montevideo, Asunción, Berlin und Hannover. 2003 Galerie Alonso Garcés, Bogotá. 1985, 1992 und 2004

 
„Aus einem prominenten Elternhaus stammend, wurde Luis Caballero in einem tief religiösen, gewalttätigen und fanatischen Land geboren. Sein Vater war Schriftsteller und Diplomat in Madridund Paris. Der junge Luis kam daher sehr früh mit der spanischen und französischen Kultur in Berührung. Schon als Kind fühlte er sich zu den Gemälden in den Kirchen hingezogen, und als er 10 Jahre alt war, nahm ihn sein Vater in das Prado mit, um dort Velásquez nachzumalen.

Als er sich 1968 entschloss, sich in Paris niederzulassen, war seine Malerei — nach den Kriterien der damaligen Zeit — absolut modern. Mit 25 Jahren stand er stark unter dem Einfluss von Bacon, Matta, de Kooning und auch von Vertretern der Pop Art, wie David Hockney und Allan Jones.

Unbefriedigt, wird ihm angesichts der Arbeiten der Künstler, die er verehrt — Miquelangelo, Rubens, Rembrandt, die Venezianer, Velásquez, Géricauld — klar, dass nur das Menschliche wesentlich ist und eine Bedeutung hat. Dies sichtbar zu machen gibt der Kunst ihre Daseinsberechtigung. Von da an hat ihm die reine Formensprache nicht genügt, um seine Vision auszudrücken. Dementsprechend begann er seine Malerei radikal in Frage zu stellen und zu überdenken.

Er nahm wieder seine Studien der Anatomie und der Perspektive auf und zeichnete nach der Natur. Der männliche Körper wird, bis zur Obsession, sein einziges Sujet. Körper die Sehnsucht erwecken, ohne dass man sich ihrer ermächtigen kann, es sei denn durch die Zeichnung, die Malerei.

Diese Arbeit, verbunden mit einem großen Talent, erlaubte ihm mehrere Jahre lang mit Kraft und Harmonie seine Faszination für die umschlungenen, gemarterten, zärtlichen, aggressiven, angegriffenen Köper auszudrücken. Je mehr er sich auf diesen Weg einlässt, umso mehr befreit er sich von einer zeitgenössischen Kunst, einer "art pour l'art", die zum Selbstzweck wird.

 1977 anlässlich seiner ersten Ausstellung in der Galerie Jade, haben wir zusammen mit seiner Frau Terry das Museum Unterlinden in Colmar besucht, um dort das Hauptwerk von Matthias Grünewald wieder zu sehen: den berühmten Issenheimer Altar. Wir haben uns lange vor der Tafel aufgehalten, die die Kreuzigung darstellt. Der Realismus des Körpers Christi am Kreuz, verletzt und kadaverartig, die Jungfrau von einer extremen Bleichheit, mit bläulichen Lippen, in Tränen, gestützt von Johannes dem Täufer, und näher am Kreuz Maria Magdalena kniend, verzweifelt vor Schmerz. Diese aus dem menschlichen Leiden hervorgehobene Vision hat ihn tief erschüttert. Grünewald hat ihm den ungeheuerlichen Beweis gebracht, das extreme Beispiel, dass der Künstler dem Betrachter die Gewalt seiner Emotion zu vermitteln vermag.”

„Sensibel gegenüber dem Leid, ist Luis stark inspiriert und beunruhigt durch die Gewalt, die er erotisiert. Gewalt und Sinneslust verbinden sich: Gewalt amouröser Ausgelassenheit, Gewalt einer Tötung, fließenden Blutes, Gewalt in jedem von uns.

Für ihn ist, in jeder seiner Verkörperungen, der Mann ein Ausdruck von Schönheit. Spät in der Nacht zeichnet er seine Modelle. Es ist das Gefühl gegenüber diesen Körpern, manchmal ein einfacher Fuß, eine Hand, eine Schulter, die seine Aufmerksamkeit wecken und zu so vielen Zeichnungen, so vielen Bildern führen, alle über das gleiche Thema und alle unterschiedlich. Sicher über den Weg, den er gewählt hat, ist er nicht darum besorgt, in die Geschichte einzugehen. Seine Ambition ist, sein Werk zu vertiefen und zu perfektionieren.”

Albert Loeb Paris, im September 1996

 

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19 Uhr, sowie jederzeit nach Vereinbarung.

 

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